Selbstgemachte Insektenhotels in Südtirol

 

Die O.N.L.U.S. Sozialgenossenschaft bietet Jugendlichen im Forstgarten Aicha ein Arbeitsumfeld, das auf Einsatz, Mitbestimmung, Solidarität und sozialer Absicherung beruht. Die Jugendlichen haben im Forstgarten Aicha die Möglichkeit, gärtnerische Arbeiten zu praktizieren. Zudem versucht man, mit fachgerechter Hilfe verschiedene Naturprodukte herzustellen.

Insektenhotels

Ein Insektenhotel gibt einer Vielzahl von heimischen Insekten, die für uns Menschen nützlich sind, eine Unterkunft. Es ist eine Nisthilfe für Wildbienen, Hummeln, Schwebefliegen, Florfliegen, Ohrwürmer und noch viele andere. Durch intensive Flächennutzung, radikale Schädlingsbekämpfung und Monokulturen finden diese Nützlinge immer weniger artgerechte Lebensräume. Das Insektenhotel gibt ihnen die Möglichkeit zur Brutaufzucht und Überwinterung. Es übernimmt damit eine wichtige Rolle im Natur- und Artenschutz, unterstützt das ökologische Gleichgewicht und ermöglicht uns interessante Einblicke in die Lebensweise unterschiedlicher Insekten. Wer sich ein Insektenhotel näher betrachtet, wird über die Artenvielfalt der friedlich nebeneinander lebenden Bewohner erstaunt sein. Insekten leisten nicht nur einen großen Beitrag zur Bestäubung und Befruchtung von Blumen und Obstgehölzen, sie und ihre Larven vertilgen außerdem täglich ein Vielfaches ihres eigenen Körpergewichts an saugenden und nagenden Schädlingen mitsamt deren Brut. Daneben sichert eine vielfältige Insektenpopulation auch den Bestand der heimischen Singvögel, deren Junge auf proteinreiches Insektenfutter angewiesen sind.

Standort

  • Einfluglöcher sollen nach Süden, bzw. der Sonne zugewandt sein.
  • Windstill und möglichst geschützt vor Regen.
  • Optimal wäre ein naturnaher Garten. Ansonsten dort, wo viele heimische Blütenpflanzen jeglicher Art vorkommen.
  • Anbringen auf Baumstämmen mit viel Lichteinfall und auf Hausmauern möglich.
  • Flache Wasserstellen in der Nähe (z.B. Vogeltränken und Schalen). Tiefe Wassergefäße sind weniger geeignet.
  • Ein gut gewählter Standort ist die Voraussetzung für regen Besuch des Insektenhotels. Zudem müssen die darin lebenden Bewohner ja auch im Winter ausharren.

Förderung der Artenvielfalt und Artenschutz

Insekten fliegen Pflanzen, insbesondere aber deren Blüten an, um sich hier von Pollen und Nektar zu ernähren. Dabei bleiben Pollen an ihnen haften. Beim Besuch der nächsten Blüte bestäuben sie damit deren Narbe. Die Pflanze kann Früchte bilden, die wir später essen und genießen. Das „Bienensterben“ hat in diesem Zusammenhang bereits für einige Unruhe und Befürchtungen hinsichtlich unserer zukünftigen Versorgung mit Äpfeln und Birnen, Kirschen und Erdbeeren gesorgt. Glücklicherweise können aber nicht nur Bienen, sondern auch z.B. Wildbienen, Hummeln, Wespen und Schlupfwespen, Käfer und Schmetterlinge Pflanzen bestäuben. Wenn wir durch Insektenhotels die Vielfalt der Insekten fördern, tun wir gleichzeitig etwas für die Vielfalt der Pflanzenwelt und den Artenschutz. Insekten sind ein wichtiges Glied im ökologischen Kreislauf und Nahrungsgrundlage vieler Vögel, Reptilien, Amphibien und Säugetiere.

Biologische Schädlingsbekämpfung

Neben diesen Gründen, welche vordergründig mehr ideeller Natur zu sein scheinen, gibt es auch durchaus wirtschaftliche Erwägungen, verschiedenen Insekten ein Zuhause anzubieten. Das passende Stichwort ist in diesem Zusammenhang die biologische Schädlingsbekämpfung: Marienkäfer und ihre Larven fressen Blattläuse, Schlupfwespen und Co. rücken unerwünschten Insekten zu Leibe. Beides wird in der ökologischen Landwirtschaft oder im integrierten Pflanzenbau auch kommerziell genutzt, um Pestizide einzusparen oder ganz darauf zu verzichten. Viele Insekten halten als natürliche Gegenspieler unerwünschte Schadinsekten in Schach. Die Förderung dieser Nützlinge mit einem Insektenhotel kann also auf eine weitere Art für uns Menschen von ganz konkretem Nutzen sein.